Asilah & Larache
Eine der Kunst- und Kulturhochburgen Marokkos ist die Stadt Asilah im Nordwesten des Landes direkt an der Atlantikküste. Der Ort hieß früher Silis und war aufgrund seiner strategisch günstigen Lage bereits in der Antike besiedelt. Später eroberten die Portugiesen die Stadt und bauten eine Festung um die Medina. Ende des 17. Jahrhunderts konnten die Marokkaner die gesamte Region gewinnen.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Asilah schließlich zum Hauptquartier des berüchtigten Raissouli, der die gesamte Region mit Überfällen, Entführungen und Raubzügen in Atem hielt. Dieser Zustand dauerte fast 20 Jahre lang an.
Heute zählt Asilah knapp 30.000 Einwohner und begeistert mit seinem reichhaltigen Kulturangebot. Im „Palais Er-Raissouli“ ist das örtliche Kulturinstitut untergebracht, das auch der Veranstalter des alljährlich im August stattfindenden Internationalen Kulturfestivals ist. Zu diesem Anlass reisen zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland an, außerdem wird im Rahmen des Festivals der wichtigste Preis für afrikanische Dichtung verliehen.
Ebenfalls an der Atlantikküste, aber etwas weiter südlich, liegt an der Mündung des Oued Loukos die Stadt Larache. Die heute etwa 70.000 Einwohner zählende Stadt besitzt den größten Hafen der Region und gilt als bedeutender Marktort. Immer Sonntags findet ein großer Souk statt, auf dem man wirklich alle Gegenstände des täglichen Lebens sowie Kunst und Schmuck in vielfältigster Ausführung kaufen kann. Trotz günstiger Preise finden normalerweise nur relativ wenige Touristen hierher.
Neben dem Markt empfiehlt sich ein Besuch der malerischen Altstadt, die von der Storchenburg (Castillo de las Ciguenas) eingerahmt wird. Die restaurierten Festungsanlagen zeigen eindrucksvoll die spanischen Einflüsse der Architektur. In der Altstadt befindet sich außerdem das Musée Archéologique, dem Sie einen Besuch abstatten sollten.
Wenige Kilometer nördlich von Larache liegen die Ruinen der Stadt Lixus – eine punische Siedlung, die zu den ältesten erhaltenen ihrer Art in ganz Marokko gehört. Obwohl nicht mehr allzu viel davon erhalten ist, ermöglichen die Überreste doch eine eindrucksvolle Vorstellung vom Leben in der Antike.