Die Kasbah–Wohnburgen für Mensch und Tier
Seit Jahrhunderten diente die Kasbah als Fluchtort für Menschen und Tiere. Sie bot Schutz vor Angriffen und ist ein imposantes Bauwerk mit quadratischem Grundriss. In den Bergtälern sind die Kasbahs gedrungener gebaut, in den südlichen Oasen fallen sie im Baustil etwas schlanker aus.
Zum Bau der Kasbahs werden Lehm und Ziegel verwendet, manchmal mit gehäckseltem Stroh vermischt. Die Masse wird in Holzformen an der Sonne getrocknet. Je nach Länge der verwendeten Holzbalken werden die Proportionen der Räume ausgelegt. Der größte Raum ist die sogenannte Empfangshalle, diese besitzt in der Regel Deckenbemalungen und ist ausschließlich den Männern vorbehalten. Im Erdgeschoß befanden sich Schafhürden und der Stall.
Das charakteristischste Merkmal der Kasbahs sind die etwas geneigten Mauern, die Zitadellen ähneln. Die Mauerteile wurden geometrisch eingeritzt und es entstanden Muster und Bögen die aus getrocknetem Lehm geschnitten wurden. Auf dem Dach wurden auf großen Flächen Mais getrocknet und in den inneren Speicherburgen Gerste, Zucker und Kochtöpfe aufbewahrt. Frauen haben in einer dunklen, sehr schlecht belüfteten Küche in igluförmigen Öfen gekocht und gebacken.
Die übrigen Räume sind freihändig oder mit einem Zirkel bemalt, mit den Motiven von Voluten, Rosetten oder Flechtmustern. Diese Malereien sind auch typisch für die Empfangsräume. Schmiedeeisen-Gitter erlaubten es den Einwohnern hinauszuschauen ohne jedoch selbst gesehen zu werden. Diese Wohn- und Verteidigungswälle sind heute noch gut erhalten und zu besichtigen.