Melilla

Die zollfreie spanische Enklave Melilla liegt an der Ostseite der Halbinsel Guelaia. Ähnlich wie Tanger und Ceuta war auch dieser Ort aufgrund seiner strategisch günstigen Lage schon immer heiß begehrt bei Eroberern. Ursprünglich von den Phöniziern gegründet, wurde die Stadt zunächst von den Karthagern, dann von den Römern erobert. Ab dem 10. Jahrhundert eroberten die Marokkaner das Gebiet und bauten Melilla zu einem wichtigen Handelshafen aus.

Ende des 15. Jahrhunderts gelang schließlich den Spaniern die Eroberung. Trotz aller Versuche schafften es die Marokkaner fortan nicht mehr, das Land in ihren Besitz zurück zu bringen. Daher ist Melilla heute politisch und wirtschaftlich von Marokko abgeschnitten und dient als Freihandelszone.

Die heute etwa 65.000 Einwohner zählende Stadt ist ein bunter Mix aus Christen, Juden, Muslimen und sogar Hindus. Bescheidenen Reichtum erlangte Melilla durch den Fischfang sowie der Ausfuhr von Eisen und Stahl aus der Nachbarstadt Nador. Heute bildet jedoch der Tourismus die größte Einnahmequelle.

Melilla ist ein wahres Einkaufsparadies. In den neueren Stadtvierteln westlich der Plaza de Espana, der größten Einkaufsstraße, finden Sie unzählige Geschäfte, die alle nur denkbaren Waren zu günstigen – weil zollfreien – Preisen anbieten.

Wer etwas mehr Flair und Kultur genießen möchte, sollte sich die Altstadt Melillas ansehen. Diese liegt etwas oberhalb der Plaza de Espana, auf einer kleinen Halbinsel, die steil zum Meer abfällt. Hier finden Sie auch die Festung der Stadt – „Medina Sidonia“ genannt. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Museo Municipal, das einzige Museum der Stadt mit einer sehenswerten Sammlung von Exponaten aus prähistorischer, punischer und römischer Zeit.