Tetouan
Etwas südlich von Ceuta an den Ausläufern des Rifgebirges liegt die Provinzhauptstadt Tetouan. Sie zählt etwa 320.000 Einwohner und wird im Volksmund „Hammam el-Beida – Die weiße Taube“ genannt. Auch hier sind die spanischen Einflüsse nicht zu übersehen. Tetouan diente in der Vergangenheit öfter Seeräubern als Versteck und Zufluchtsort, worauf die Stadt Ende des 14. Jahrhunderts auf Befehl König Heinrichs III. angegriffen und weitgehend zerstört wurde. Auch in den folgenden Jahrhunderten geriet Tetouan immer wieder zwischen die Fronten rivalisierender Machtstrukturen und musste viele Angriffe und Belagerungen überstehen.
Mittelpunkt der Stadt ist die „Place Hassan II.“ – ein großer Marktplatz mit angrenzenden Geschäften, Cafés, Restaurants und Hotels. Am südlichen Ende des Platzes beginnt das jüdische Viertel – gut zu erkennen an seiner andersartigen Architektur der Häuser. Hier befinden sich auch mehrere Synagogen, die besichtigt werden können.
Am südöstlichen Ende der Place Hassan II. schließt sich der islamische Teil der Medina von Tetouan an. Er gehört zu den schönsten Altstädten Marokkos und lädt mit malerischen kleinen Gassen und Geschäften zum schlendern und shoppen ein. Auch zahlreiche Souks befinden sich hier – kleine Märkte, auf denen Lebensmittel, Fische und andere Tiere oder Kleider und Kunstgegenstände angeboten werden.
Nicht verpassen sollten Sie auch, das „Musée d`Art Marocain“ und das „Musée Archéologique“ zu besuchen. Im Ersten ist eine reichhaltige Sammlung von marokkanischer Volkskunst untergebracht, letzteres zeigt Funde aus prähistorischer, punischer und römischer Zeit.
Wer dagegen nicht nur schauen, sondern auch kaufen möchte, der ist in der „Ecole des Métiers et d´Arts Traditionnels“ am richtigen Ort. Die in den Zwanziger Jahren gegründete Kunsthandwerksschule bietet neben dem Besuch der Werkstätten auch eine Verkaufsausstellung an. Hier erhalten Sie sehr schöne Kunstartikel zu günstigen Preisen.